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DIE DREI, VIII. Jahrgang, 8. Heft, Oktober 1928 Online-Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift die Drei.

DER HELENA-MYTHOS UND DIE ANTHROPOSOPHIE

VOM MYSTERIUM DER IYNX ZUM MYSTERIUM DER PHARYNX      II

ADELYDE CONTENT

     Das Mysterienbuch, das die Odyssee heißt, birgt tiefste Entwicklungswahrheiten der menschlichen Seele. Exoterisch stellt es dem Volke zur Beleuchtung des griechischen Zeitalters drei Eheverhält-nisse vor Augen. Nach dem, was wir als tiefere Wahrheiten schon herausfanden, können wir sagen: Das Weib des Agamemnon löst sich aus dem göttlichen Verband, geht unter und bereitet ihrem Gatten den Untergang. Das Weib des Menelaos wird geraubt, aber kehrt, mit dem Göttlichen verbunden, mit Re-li-gion, auf den Kampfplatz Griechenland zurück und ermöglicht ihrem Gatten auf diese Weise die Unsterblichkeit. Penelope wartet im Vaterlande auf ihren Odysseus, den Heros, der das All-umfassende Göttliche, das O, in die Erde hineinträgt. Nicht mehr gehalten und geleitet von Sternenkräften, irrt er auf dem irdischen Plan herum. Ein Element in dem Streit, ehe die Geschiedenen wieder vereinigt werden, ein Element, das aus der Ferne seine Rolle erfüllt, ist das Kind, der Sohn, Telemachos.

     Nehmen wir die Irrfahrten des Odysseus tiefer, so wie sie uns Rudolf Steiner in seinem Buch "Das Christentum als mystische Tatsache" zu nehmen veranlasst, nämlich als Fahrten zur Einweihung, als Einweihungsweg, so müssen wir noch ganz anders formulieren.

     Das Allgemein-Göttliche, der Ur-Vater, aus dem wir und alle Dinge urständen, hat sich in Urzeiten geopfert und ist in uns und in alle Dinge hineingestorben. In uns, den Menschen, kann der Ur-Vater, das All-umfassende O, auferweckt werden. Die tiefsten Kräfte der Seele können IHN auf dem Ur-Grund der Liebe gebären als den Sohn des Vaters.

     Die tiefsten Kräfte der Seele aber ließen wir einst, nach dem Sündenfall, in göttlichen Welten zurück. Es ist dasjenige, wohin die Sehnsucht der ἀοιδοί, der Sänger, geht: woher sie ἱμερόεντες, sehnsuchtsvoll, genannt werden. Was Odysseus sehnsuchtsvoll sucht, ist das, was er am Peneus (Πηνεύς, Πηνειός) hinterließ (λείπω, Stamm λεπ-, λοπ-, seine Πηνελόπεια Penelope. Der Fluß nimmt vom Berge Pindus seinen Ursprung. Vom Pindus sagt unter anderem der Tragiker Seneca, daß er den Kopf in die Sterne hineinsteckt (... Qua celsus astris inserit Pindus caput). Vom Peneus lese man bei Homer (Xflias II, 751 ff.), wie der Fluß Titarhesios (von welchem Fluß man sagt, er sei derselbe wie der Eurotas) zwar sein Wasser in ihn hineinwirft, wie diese schönströmenden Wellen aber sich nicht mit den Silber-wogenden Wellen des Peneus vermischen. Wie über das Öl des Ölbaumes schwimmen sie darüber hinweg. Der Grund, warum die Wellen sich nicht mischen ...? "Weil er (der Titarhesios) vom schrecklichen Eidbann des stygischen Wassers hervorgebrochen." Das aus dem Unterirdischen stammende Wasser kann keine Verbindung finden mit dem himmlischen Fluß.

     In dem Gebiete des gewaltigen Dodona-Orakels, in Thesprotien, wurde schon vor Homer die Odysseusgestalt als der Gott Olysseus verehrt. Diese Tatsache bestätigt das Epos der Odyssee als Einweihungsepos. Denn Olysseus heißt: Der O-Erlöser (λώπω). Da eine spirituelle Etymologie weiss, dass das D ein Stosslaut ist, der zum Erdenelement hinstrebt, ist sie imstande, zu erklären, warum dann in dem Homer-Epos, welches das griechische Zeitalter einweihte, indem es das griechische Volk auf die Erde hinwies, der Held Odysseus genannt wurde. In Odysseus hört man das Hinuntertragen des Göttlichen, des O.

     Die Römer nannten den Helden dieser Sage noch Ulyxes,

     Als Odysseus aus Ithaka nach Troja zog, erzählt der Mythos, liess er Telemachos als ganz kleines Kind bei der Mutter Penelope zurück. Als Odysseus den Weg zur Einweihung antrat, war der Sohn in der Seele nur noch als kleines Kind da. Dass er aber zu Hause anwesend war, half der Mutter, der göttlichen Seele, sich zu halten. Von weitem, vom Peneus her, kämpfte er mit in den Mühsalen des Odysseus. Als dieser endlich seine Penelope wieder fand, freute er sich zuerst an dem inzwischen kräftig erwachsenen Sohn.

                                                                                          *    *     *

     Wunderbar ist es, wie Homer in der Odyssee zugleich den Einweihungsweg eines Menschen sang und in denselben Worten einem ganzen neu-aufkommenden Volke seinen geschichtlichen Entwicklungsweg vorzeichnete. Wir finden hier tatsächlich bewiesen, dass eine Einweihung ein Weltgeschehnis ist, das nicht innerhalb einer menschlichen Seele, sondern ausserhalb der Seele, im Kosmos, vorgeht. Ein tiefes Verständnis verlangte es von dem Volke, aus der Erzählung der Schicksale des von seiner Penelope geschiedenen, herumirrenden Odysseus, des Agamemnon und der Klytämnestra, des Menelaos und der Helena, den sich für ihn nähernden, unausweichlichen Weg in die Stofflichkeit hinein und dessen Gefahren, Notwendigkeiten und Vorsehungen herauszulesen. Das Verständnis eines Initiierten brauchte es, um hinter diesen Schicksalsbeschreibungen Einweihungserlebnisse gewahr zu werden. Erlebnisse, die weit über die geschichtlichen Entwicklungsaufgaben eines Zeitalters hinausgehen, die ewig wahr und gültig waren, sind und sein werden für die menschliche Seele, seitdem sie sich von dem Göttlichen schied, bis sie wieder bei ihm angelangt sein wird.

     Schon das Verständnis dafür, dass Homer seinem Volke den Gang in die Erde hinein sang, ist lange verloren gegangen. Im dritten vorchristlichen Jahrhundert können wir ein Bewusstsein davon wenigstens noch ablesen aus dem Streit, den die Dichter Kallimachos und Apollonios von Rhodos führten über die Ziele der Poesie in ihrer Epoche. Apollonios hing Homer an, Kallimachos bewegte sich in anderen Bahnen. Die Literarhistoriker haben festgestellt, dass der Streit also darauf hingehen sollte, dass die Liebe für Homer von Apollonios, der viele lange Epen dichtete, ein Beibehalten-Wollen des Alten bedeutete, dass Kallimachos, der sich beschränkte auf das kurze Gedicht, ein Neues suchte. Wenn wir aber lesen, dass Kallimachos in einer "in dunkeln Anspielungen gehaltenen Invektive" den Apollonios schmähend einen Ibis schimpft, können wir uns veranlasst fühlen, die Sache ganz anders anzusehen. Von dem Ibis findet man nämlich aufgezeichnet, es müsse ein Vogel sein; nicht ganz sicher sei aber, welchen Vogel die Alten damit gemeint haben. Er scheine jedoch am meisten dem Storch ähnlich gewesen zu sein. Allein seine Federn waren weiß, die Flügel schwarz, der Schnabel auffallend groß und stark, wie eine Waffe. Nach dem, was wir vorher über weiße Flügel, die in der Erde schwarz zu werden hatten, sagten, kommt der Ibis uns wegen seiner genannten Eigenschaften bekannt vor. Der wie eine Waffe anmutende, kräftige Schnabel ist hier ein richtig zur Sache gehörendes Instrument. Und wir verstehen, dass man eigentlich Ibys schreiben sollte (welche Schreibart wir auch wirklich dann und wann aufgefunden haben), und dass die Kraft dieses Namens, buchstäblich übersetzt, heisst: das I da unten (vgl. βύσσοθεν usw.). Kallimachos schilt den Apollonios einen Ibys, weil er das I dort unten durch die Erde trägt; weil er, wie

Homer, mit seinen Sängen der Menschen Sinn zur Erde lenkt. Kallimachos selber dichtet Hymnen an die Götter, besingt göttliche Ursprünge (Αἴτια), strebt danach, den Sinn der Menschen bei der göttlichen Heimat zu halten.

     Kürzer und schärfer ausgedrückt: Kallimachos' Atem und Sang war ein kurzes Flügelschwingen von den Göttern her zu den Göttern hin. Apollonios wusste mit Homer, dass die Seele die niedere Natur nicht unbeteiligt liegen lassen kann, wenn sie einst zum Geist sich emporheben will. Sein Sang wurde, wie derjenige Homers, der lange, tief von den Göttern hinunter, — mühselig durch Untergründe hindurch, — hoch zu den Göttern hinaufschwingende Atem des Epos. Die Art, wie Homer für die Fein-Hörenden — und die Griechen, für die er sang, waren fein-hörend — den Gang in die Erde hinein in den drei Eheverhältnissen darlegt, weist darauf hin, dass er wusste, dass der Kampf, der da unten gestritten werden musste, es mit der Geschlechtsfrage zu tun bekommen würde. Sie weist darauf hin, dass Homer wusste um das Mysterium der Iynx ("Ιυγξ). Rudolf Steiner hat, als er von den Griechen vor Troja sprach, die griechischen Helden Odysseus, Agamemnon und Menelaos diejenigen genannt, an deren Namen sich die intellektuelle Kultur der Menschheit knüpft. Sie waren sozusagen die Inauguratoren der Verstandesseele, von der wir wissen, dass es den Griechen anheimgegeben war, sie zu entwickeln. Ganz besonders Odysseus ist bei Homer derjenige, der in seinem Verhalten Zeugnis davon ablegt, dass er anstatt sich auf die alten menschlichen Fähigkeiten, die hellseherischen Kräfte, zu stützen, an die neuerwachenden Verstandeskräfte appelliert. Πολύμητις (polymêtis), viel-überwägend, vielsinnend, gibt ihm Homer als ständiges Adjektivum bei. Der Held der Odyssee, und weiter die anderen griechischen Fürsten vor Troja, sind diejenigen, zu denen an erster Stelle das Sonnen-I-Licht, der Intelligenz-Strahl, hingelenkt wird. Mit der Intelligenz senkt sich dann Olysseus in die Erde hinein, bis zum Ὄλεθρον, bis zum gottverlassenen Verderben. Aber er kämpft sich hindurch und vollbringt den Aufstieg: er kommt wieder hin zu der I-Stätte, I-Thaka (τίθημι), von woher er hinuntergestiegen. In den ältesten Epen ist er, der Odysseus, ein Gott, wird er ein Heiler, ein Heiland genannt. Die Wiedervereinigung mit Penelope geschieht da zur Zeit der Wintersonnenwende.

     Dass das kosmische I, die kosmische Intelligenz, sich in die Repräsentanten des anfangenden griechischen Zeitalters der Verstandesseelenentwicklung senkte, wusste Homer also. Dass er neben jeden Helden die Schicksal-bestimmende Frau stellt, weist uns darauf hin, dass er überdies wusste, dass das eingesenkte I es mit dem Verhältnis der Geschlechter zu tun bekam. Die Macht der Überredung wurde Überredung zur Liebe.

     Im Museum zu Neapel gibt es ein Relief, wo auf der einen Seite ein geflügelter Liebesgott zu Paris hinaufblickt, auf der anderen Seite Aphrodite zur traurig neben ihr sitzenden Helena hinunterschaut. Oberhalb der Helena sitzt die Πειθώ (Peitho), die Überredung.

     Die Iynx wird wohl, mit Recht, die Tochter dieser zweideutigen Peitho genannt.

     Wenn der Name Iynx in der griechischen Literatur dann und wann auftauchte, hat er die Philologen immer vor ein Rätsel gestellt. Die Zusammenhänge, in denen man es gebraucht sah, veranlassten dazu, dass man feststellte, es haben die Alten damit also eine Tochter der Πειθώ, der Überredung, oder eine Tochter der Ἠχώ, der Echo, angedeutet, und sie habe irgend etwas zu tun mit der Aphrodite. Etymologisch weiß man gar nichts mehr mit dem Wort anzufangen, höchstens weist man einmal hin auf das einzige andere Wort aus der griechischen Sprache, das in seiner Endung dem Ἶυγξ ähnelt, und schreibt, am Schluss der Erkennung seiner Hilflosigkeit, ins Blaue hinein. Vergleiche Φάρυγξ (Pharynx). Unte Φάρυγξ (Phárynx) liest man dann am Schluss der gleichfalls zögernd vorgebrachten Hypothesen den hypothetisierenden Hinweis: vergleiche Ἴυγξ (Íynx).

     Geisteswissenschaft ermöglicht uns, Gefäß und Seeleninhalt des Wortes zu durchschauen. Denn was ist die Tochter der Echo, die Geburt aus der Überredung? Der Widerhall ist es, der Widerhaken, die Kralle, die Ὄνυξ (Onyx), den das I in den Menschen schlägt. I-Angel ist der buchstäbliche Wert der geheimnisvollen Frau, die von Hera in einen Vogel verzaubert sein soll, der Peitho-Tochter Ἴυγξ (Íynx). Der Mythos erzählt weiter: weil sie Zeus fortwährend zu bezaubern suchte zur Begierde nach der Io, hat Heras Eifersucht sie in einen Vogel — oder auch wohl in Stein — umgewandelt. Auch diese Überlieferung leuchtet uns ein, wir lesen sie ja so: die I-Angel im Menschen, nachdem sie nun einmal hineingeschlagen, strebte immer weiter, immer wiederum das I-Licht, den Gedanken an, vergiftete damit Zeus, d. h. den menschlichen Astralleib mit seinen hellseherischen Fähigkeiten. Hera, die Göttin, die an der allmählichen Zerstückelung der Menschheit, an der Individualisierung arbeitete, war diejenige, die den in den Menschen hereingefallenen I-Strahl zu isolieren und zu versteinern suchte. Die Isolation führte aber zu gleicher Zeit dazu, daß der Mensch mit dem weißen Schwanenflügel in Abgründe hinuntersank, wo der Vogelstreit dann anzufangen hatte: die Umwandlung des beschmutzten Schwanenflügels in den schwarzen, aber glänzenden Flügel des Adlers...

     Das Bild des Widerhakens des Gedankens kommt in der holländischen Sprache noch zum Ausdruck. Von einem geistvoll zur Sache gehörenden, in scharfen Worten hingeworfenen Gedanken sagt der Holländer: "Der sitzt". Wie der Widerhaken des Pfeiles im Hirsche. In den deutschsprechenden Ländern aber gebraucht man für den Pfeil der stachelartig einschlagenden Vernunft noch immer radikal dasselbe uralte Wort: Iux.

     Sehen wir uns bei dem alten Suidas um, so finden wir, dass er, indem er mühsam alle Fälle zusammensucht, wo die Schriftsteller die Iynx als Tochter der Echo oder der Peitho angeführt haben, uns u. a. versichert: "Es gibt welche, die sie auch Κιναίδιον (Dirne) nennen. Auch gibt es ein gewisses Instrument, das Ἶυγξ genannt wird, welches die Zauberinnen in der Luft schwangen, um zur Liebe zu betören. Es gibt auch einen Vogel, dem dieselbe Macht zugeschrieben wird, weshalb man ihn an die Radfelgen bindet usw." Und dann fängt Suidas einen neuen Abschnitt über das Ἶυγξ an. Ein derartiges Abbrechen und Neuanfangen ist eine Erscheinung, welche wir bei den Lexicographen oft eintreten sehen: weil sie die Sachen nicht mehr durchschauen, können sie keinen Zusammenhang sehen zwischen dem einen und dem anderen Mal, wo sie einem Namen begegnen, so dass sie glauben feststellen zu müssen, dass mit dem einen Namen zwei verschiedene Wesenheiten, respektive Sachen, gemeint sind.

                                                                                                                                                                                                             Den zweiten Absatz fängt Suidas dann in der folgenden Weise an: Ἶυγξ: das, was den Geist zu Begierde und Liebe überredet*. (* τὸ ἔφελκον τὴν διάνοιαν εἰς ἐπιθυμίαν καὶ ἔρωτα = "Das, was das Denken (den Geist) hinzieht zu Begierde und Liebe.") Und er führt ein in der Literatur aufgefundenes Epigramm an, wo gesagt wird, dass die Iynx selbst einen διαπόντιον ἄνδρα (einen Mann von jenseits des Meeres) besiegt. Spätere Kommentatoren wussten so eine Stelle nur so zu "erklären": einen Mann, der weite Meeresreisen macht, zieht es nach Hause, wegen der Iynx. Der tiefer Schauende versteht aber, dass hier gemeint ist: selbst ein Mann, der den πόντος., das Meer, d. h. die Ätherwelt, durchsegelt, der also mit seinem Geistig-Seelischen in der geistigen Welt weilt, wird von der Iynx heruntergezogen. Dass hier der Iynx hinzugefügt ist, dass sie selbst die Knaben schon kennt seit der Zeit, dass sie noch mit der Mutter die Frauengemächer bewohnen, macht den Sinn der Stelle um so klarer.                                         

     Fügen wir dann noch eine bei Suidas angeführte Stelle über Kleopatra, die um eine Stufe tiefer als Helena aus der geistigen Welt Herabgestiegene, hinzu: "Kleopatra meinte mit den gleichen Iynxen, womit sie Cäsar und Antonius besiegt hatte, drittens auch Augustus besiegen zu können", dann glauben wir die Zusammenhänge, die sich an das Geheimnis der Iynx knüpfen, genügend angedeutet zu haben: Wie nämlich die Kralle, mit welcher der Intellektstrahl den Menschen in der Herzgegend ergriff (erst nach Ablauf des griechischen Zeitalters, Ende des 14. Jahrhunderts also, ergriff die kosmische Intelligenz die Kopforganisation), hinunterdrang in das menschliche Stoffwechselsystem, womit der Kampf anfing, den Gott einstmals angesagt hatte, indem er zu der Schlange, zum Intellekte, sprach :,Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen dem, was aus dir hervorgeht, und dem, was aus ihr hervorgeht."

     Im Museum für Altertumskunde zu Leyden kann man einem kleinen Grabrelief aus ältester griechischer Zeit begegnen. Es dringt dort ein Mann robust vor, eine Schlange windet sich, über seinen Kopf hin, strebend hinunter. Eine vor dem Manne stehende weibliche Gestalt biegt sich, scheu, in edler Linie zurück: die Seele des Verstorbenen, die sich zurückzieht von dem der Sünde verfallenen irdischen Plan.

                                                                                     *     *     *

Wenden wir uns jetzt noch einmal der "Insel vor Ägypten", Pharos, zu. Und kehren wir dazu erst nochmals zu den oben erwähnten Versen aus Euripides' "Helena" zurück.

     Nach alledem, was wir vorher schon sagten, wird uns auch hier jetzt einiges noch klarer. Behalten wir im Auge, dass wir Pharos durch "die geistige Welt" interpretierten.

Euripides lässt Proteus schon gestorben sein, wenn Helena am Strome des Nil sich in Schilderungen und Klagen ergeht. Proteus, sagt sie, war Herr dieses Erdbodens: "Bewohnend die Insel Pharos, Ägypten aber verwaltend."

     Wir wissen von Rudolf Steiner, dass die Priester-Könige von Ägypten wirklich für die Lenkung des Volkes Weisungen aus der Götterwelt bekamen, sich mit den Göttern zu verbinden wussten.                                              Richtige Pharos-Bewohner waren die, denen die Verwaltung Ägyptens oblag. Ihr irdischer Palast wird unbedingt auf ägyptischem Boden, inmitten ihres Volkes gestanden haben, nicht auf einer Insel, die, wenn es günstigen Wind gab, einen ganzen Tag, wenn es gar keinen Wind gab, vielleicht einen Monat von dem Volke entfernt lag.

     Nochmals bestätigt wird unsere Interpretation von "Pharos'", wenn wir, nachdem wir gelesen haben über die Kinder des "Proteus, der die Insel Pharos bewohnte", Helena nun erzählen hören: "Uns aber gereicht nicht namenloses (ἀνώνυμος.) Land zum Vaterlande: Sparta..."

     Das Land des irdischen Vaters der Helena, des Tyndareos, war Sparta; die Proteuskinder hatten Pharos zum Vaterlande, die Welt, die ja wirklich unbenanntes, anonymes Land genannt werden muss.*


*) In der Übersetzung liest man: "Mein Vaterland ist ein nicht unbekanntes Land." Ein Nichtssagendes! Weder Euripides noch ein anderer Dichter der Griechen gebrauchte ein Wort ohne Sinn. Wenn man die Griechen den Menschen näher bringen will, wird man wirklich alle Dichter von Neuem übersetzen müssen, da keine drei Zeilen der vorliegenden Übersetzungen Sinn und Wert beibehalten.


     Nachdem wir also gesehen haben, wie Homer wirklich in die Odyssee hineingeheimnist hat sein esoterisches Helena-Wissen und sein Wissen um die Aufgabe des griechischen Zeitalters, die Verstandesseele zur Entfaltung zu bringen, damit die Bewusstseinsseele an die Reihe kommen konnte, welche Evolutionen konzentriert erkämpft werden mussten in dem Verhältnis der Geschlechter, bleibt uns noch die letzte, liebste Verpflichtung: uns zu verantworten über den Punkt, wo wir den unsichtbar unter dem Gewebe sich fortschlingenden Faden aufgriffen und die Insel, die vor Ägypten (Αἰγύπτου προπάροιθε) liegt und die "man Pharos nennt", für die geistige Welt erklärten, und damit die Aufträge, deren Menelaos teilhaft wurde, als Aufträge der Götter für die Erfüllung des griechischen Zeitalters hinstellten.

     Es ist immer viel darum herumgeredet worden, wie es sich mit dem ägyptischen Pharos doch verhält. Die späteren Zeiten fanden zwar im Meer vor den Nilmündungen eine Insel, namens Pharos, aber... die lag nur in einer Entfernung von sieben Stadien von Alexandrien, Und Homer erzählt, dass ein Schiff ohne Lasten, wenn ein kräftiger Wind ihm günstig ist, einen ganzen Tag brauchte, um es zu erreichen!

     Es konnte erst den Zeiten, in denen von Rudolf Steiner die Empfindung für und der Einblick in die verschiedenen Arten des Bewusstseins gegeben wurde, vorbehalten sein, diesen Knoten in der Odyssee wieder zu lösen, in die Homer sein Mysterienwissen um die Bedingungen des griechischen Zeitalters hineingeheimnist hat: Der gewaltige Homer erzählt uns hier, die Augen geschlossen, ein feines Lächeln um die Lippen, dass des Menelaos' von Fragen beschwerte Seele die Last des Leibes ablegt und sich hineinbegibt in die Welt, die durch den langen Tag, durch das Tagesbewusstsein, von der irdischen Welt, von Ägypten, geschieden ist.

     Jahrhunderte über Jahrhunderte blieb die feine Sprache Homers Geheimsprache. Eratosthenes, in der letzten Hälfte des dritten vorchristlichen Jahrhunderts Haupt der berühmten Bibliothek zu

Alexandrien, schreibt, dass Homer unbekannt gewesen sein muss mit den Mündungen des Nil. Aus tieferen Gründen heraus wahrscheinlich urteilt Strabo — gegen den Weltenwendepunkt der Geburt Christi —, der die Tatsache, dass Homer die Nilmündungen nicht vermerkt, nicht als notwendige Voraussetzung empfindet für ein Nichtkennen derselben: er habe ja auch von seiner Vaterstadt keine Meldung gemacht. Ja, wirklich! So wenig, wie für den in der geistigen Welt seinen Standpunkt wählenden eingeweihten Erzähler seine Stätte auf Erden von Gewicht war, so wenig waren es für ihn die Mündungen des Nil, als er den Abstand der geistigen Welt von der physischen bestimmen wollte.

     Und charakteristisch-merkwürdig für den, der einen Einblick hat, ist das, was am Anfang des 17. Jahrhunderts der berühmte Professor zu Leyden, der als internationaler Gelehrter den unschuldigen Namen Vossius, seiner Abstammung nach in seinem Vaterland den weniger nichtssagenden Namen "Vos" (Fuchs) trug, verkündigte: Mirum est veteres quosdam tam religiosos fuisse Homeri cultores, ut maluerint rerum naturam et situm regionum ad eius poesin componere, quam ipsum erroris, arguere, aut saltem poemata eius ad rei veritatem exigere; also: "Es ist zu verwundern, daß es gewisse alte, so sehr ergebene Verehrer Homers gegeben hat, dass sie vorzogen, die Natur der Dinge und die Lage der Gegenden nach seiner Dichtung zusammenzustellen, anstatt ihn eines Irrtums zu beschuldigen oder wenigstens von seinen Gesängen Wahrhaftigkeit zu fordern," Und dann fährt er fort: "Denn was für die Toskaner Dante ist, das war für jene Homer. Es gab keine Wissenschaft, die nicht nach ihrer Meinung aus Homer allein zu erlangen war, selbst die ärztliche Heilkunst nicht ausgenommen oder die Chirurgie. Weil Homer schrieb, dass Pharos eine Tagesfahrt von Ägypten entfernt liegt, musste selbstverständlich die natürliche Lage Ägyptens umgeändert werden, indem sie nirgendwo andersher ihre Argumente zogen als aus den Anschlemmungen des Nil."

     So weit wirkte tatsächlich die "Tradition", die Dr. Steiner immer betont hat als Zwischenstufe zwischen dem Hellsehen der Alten und dem Nicht-mehr-sehen- und daher Nicht-mehr-glauben-können der neueren Menschheit: dass man an die große Gestalt des Homer sich mit seinem Unglauben nicht heranwagte, stattdessen aber mit dem erwachten Gehirnverstande die Zustände, die man auf Erden, in casu in Ägypten vorfand, mit dem von Homer geschilderten Zustand in Übereinstimmung zu bringen suchte. Wenn nachher ein unbelastetes Schiff statt in einem Tage im Nu von der Nilmündung nach Pharos segelte — wohlan, dann hat die Natur die Hand im Spiel gehabt: der Nil selber hat das feste Land Ägyptens angeschwemmt.

     Als man die geistige Sprache nicht mehr verstand, musste man schon dazu kommen, die überlieferten Tatsachen und Ereignisse auf physische Art aufzufassen und zu interpretieren. Da gibt es sogar eine Überlieferung, dass das also kurz vor Alexandrien liegende Pharos, das noch in vorchristlichen Zeiten durch eine Brücke mit Alexandrien verbunden wurde, durch Kleopatra völlig zu Alexandrien hinzugezogen wurde, Wiederum eine Sprache, die nur für den in geistigen Dingen Einsichtigen verständlich ist; der die Rolle der Helena verstanden hat, versteht auch diese der Kleopatra zugeschriebene geschichtliche Tat: die geistige Welt, die durch Helena einen großen, notwendigen Schritt zu der stofflichen hin gemacht hatte, wurde durch das Weib Kleopatra, das selbst die römischen Cäsaren unter ihre Macht zwang, von der es dann in der Sage heißt, dass sie selber ihren Untergang suchte durch das Gift der Schlange — das heißt also durch die allzusehr ins Irdische hinuntergezogene Intellektualität — des letzten Abstandes und Unterschiedes von der physischen Welt beraubt. Mit Kleopatra wurde die geistige Welt in der stofflichen zum Erlöschen gebracht.

     Für die Rolle der Kleopatra in dem geistigen Entwicklungsroman der Menschheit verweisen wir übrigens noch einmal auf die oben von uns angeführten, von Suidas überlieferten Worte zu Ἶυγξ.

     Immer wiederum — man verzeihe, wenn es den Schein der Langatmigkeit bekommt — ist man genötigt, zu betonen, dass ohne das bewegliche Denken, zu dem die Beschäftigung mit Rudolf Steiner uns die Anleitung gibt, es einfach nicht möglich ist, Alt-Überliefertes zu lesen. Lange Ausführungen, die Interessierte über den Anteil Kleopatras an der Verbindung von Pharos mit Alexandrien im Laufe der Jahrhunderte geschrieben haben, um zu beweisen, dass der oben von uns erwähnte Johannes Tzetzes, Ammianus Marcellinus u. a. die ganze Sache durcheinander gemischt haben, als sie behaupteten, dass Kleopatra "isthmum perduxit" (die Verbindungsstraße zustande brachte), da ja dem Sostratos von Knidos, dem Philadelphos und anderen Ptolemaiern gemeinsam die Ehre zukommt, können uns nur noch Monumente sein einer traurigen Zeit, in der das geistige Licht, das in dem Stoff erloschen war, noch nicht wieder auferstehen konnte.

     Noch Weittragenderes hat man aber der Sache hinzuzufügen. Auf der Insel Pharos befand sich ein großer Leuchtturm, wird erzählt. Weithin strahlte in dunkler Nacht den hin- und herschwankenden Schiffen sein Licht. Ein alter Scholiast hat an einer Stelle Lucianus' aufgezeichnet, dass seine Höhe hundert (alte) Meilen zählte, dass der Umkreis viereckig war wie der der Pyramide. Immer fühlt man bei solchen Mitteilungen noch das ahnende Verbundensein mit einem Aussichtsturm in der geistigen Welt. Aber noch mehr wurde dem Turm zugeschrieben. Er sollte zwanzig Schritt unter dem Meeresboden auf vier gläsernen Krebsen gebaut sein. Man sehe die Weisheit der Sagen! Derjenige, der von hoher Warte ins Geistige hinausschaut, vermag auch die dunkle Erde zu durchdringen. Die vier Seiten der Pyramiden tasten in die Erde hinein; Krebse, die lebendigen Tastorgane, aus durchsichtigem Glas, bilden den Fuß des Turmes, dessen Haupt den Sternen entgegenstrebt.

     Eine Inschrift trug der Turm: auf Befehl des Philadelphos sei er gebaut von dem genannten Sostratos von Knidos. Staunend fragen die späteren Schriftsteller, wie solchen Tatsachen gegenüber die Mythen nicht getilgt werden, dass Kleopatra oder, wie die Araber erzählen, Alexander der Große den Leuchtturm aufrichtete. Ja, nur wenn man diese Mythen anschaut, wie man Mythen anschauen soll, mit dem geistigen Auge, kann man die physische Inschrift auf dem physischen Leuchtturm gelten lassen für das, was sie ist. Man liest hindurch durch Inschrift und Mythe und findet, dass seiner Zeit

Alexander das geistige Pharos, das auf Tagesabstand vor Ägypten gelegen hatte, wieder mit der Erde in Verbindung zu bringen suchte, dass er auf Erden wiederum den geistigen Aussichtsturm aufrichtete. Wenn der Mythos Kleopatra die Aufrichtung des Turmes zuschreibt, ist das so zu verstehen, dass Kleopatra, nachdem sie die geistige Welt zu der physischen heruntergeholt hatte, sich in dieser physischen Welt einen Aussichtspunkt suchte.

     Wenn wir so die Überlieferungen durchschaut haben, können wir uns weiter ruhig überzeugt halten, dass der Knidische Sostratos der physische Baumeister des berühmten ägyptischen Leuchtturmes gewesen sein wird, der den gleichen Namen der Insel trug: Pharos, Φάρος (Leuchtturm) Die physischen Geschehnisse sind alles späte Schatten dessen, was sich in Vorzeiten an geistigem Geschehen zugetragen hat. Sostratos baute einen irdischen Leuchtturm zum irdischen Behuf der irrenden Seefahrer. Physisches Licht wurde nötig, indem Helena und zum Schluss Kleopatra das die Menschen leitende geistige Licht zum Erlöschen gebracht hatten. Und dieses Auslöschen durch Helena und Kleopatra war wiederum eine notwendige Folge des in Urzeiten vorangegangenen großen kosmischen Geschehens: das Verdichten des ursprünglichen Lichtes zur Materie. Der große Lichtträger, Luzifer, zog dem Weltenlichte nach.

     Rudolf Steiner hat den Satz geprägt: Jede Materie auf der Erde ist kondensiertes Licht, Materie auf der Erde ist irgendwie kondensiertes Licht (Hamburg, 27. Mai 1910, Zyklus "Die Offenbarungen des Karma"). Andere Worte, die er oft sprach, lauteten ungefähr so: "Sie brauchen mir nicht zu glauben, prüfen Sie mich bitte nach." Es war sein Wille, dass seine vielen Zuhörer, solange sie ihm nicht zu folgen vermochten in die geistige Welt, um selber die Tatsachen zu schauen, von denen er ihnen sprach, wenigstens Augen und Ohren und... die Empfindung offenhalten sollten, um an den in der Welt um sie herum sichtbaren Tatsachen die Wahrheit seiner Mitteilungen zu erleben. Ein kostbares Zeugnis, um das tiefe Wissen des Geistesforschers Steiner zu ergründen, ist nun das Wort Φάρος (Pháros = Leuchtturm) selber, dass sich durch die Jahrhunderte hindurchschleppte und jetzt noch immer ganz unbewusst von den Franzosen für einen Leuchtturm gebraucht wird, phare. Denn das eine kleine Wort Φάρος belegt ganz den erwähnten, tief eingreifenden Ausspruch: Materie ist kondensiertes Licht. Man höre nur: φα-ρ-ος, das Licht (φα-ος) strömt (ῥ-εῖ) (es fliesst, es strömt). Hätte uns Homer nicht erzählt, dass Pharos das Land ist, mit dem wir nur während unseres Tagesbewusstseins keine Verbindung haben, wir könnten es herausholen aus der Benennung des Landes selbst. Menelaos sucht Proteus in der Region, wo das Licht in fließender Bewegung ist, in der geistigen Welt also, in der Welt, die nicht zur Materie kondensiert ist.

     Und mehr noch wissen wir von Rudolf Steiner: In der geistigen Welt ist fließend Farbe und Ton, die geistige Welt ist die Welt des schönen Scheins (φαίνω). Sowie das fließende Licht eine Verbindung hat mit dem Sinnes-Nervensystem im Menschen, mit seinem Kopfsystem, so die Welt der strömenden Farben mit seinem rhythmischen, seinem Brustsystem. Und das Dritte, das nicht erstarrt ist, das noch strömend ist in der geistigen Welt, es ist das Reden (φα, φημί), das Wort. Es ist dasjenige, was hereinspielt in den unteren Menschen, in sein Stoffwechsel-Gliedmassensystem.

     Durchsichtiger an und für sich und durchsichtiger für die Geisteswissenschaft gibt es wohl kein anderes Wort als gerade das, was sich erhalten hat für die Geisteswelt selber. Und wenn wir von den Versuchen sehr gelehrter Herren lesen, um zu beweisen, dass das Wort ägyptischen Ursprungs ist, können wir nur fragen: Ja, wie hätte man überhaupt, solange das gesprochene Wort noch bildungsfähig Abbilder der Wahrheit umfing und hütete, ob man nun Ägypter oder Grieche war, die Welt des fließenden Lichtes, des fließenden Scheines und des fließenden Wortes anders ausdrücken können als mit den Lauten ΦΑ-Ρ- (PhA-R-)? Wie hätten die Ägypter ihre Eingeweihten, ihre Priester, die ihren Aussichtsturm in der Welt des strömenden Lichtes hatten, anders benennen können als Pharaonen?

     Weiter noch führt uns die Geisteswissenschaft. Der Anfangsbuchstabe des Alphabetes, das A, wir wissen, er steht für "den Menschen". Das φ — schlagen Sie das griechisch-etymologische Wörterbuch von Theodor Benfey nach, auch von Dr. Steiner empfohlen — das φ drückt das "Schwellenmachen'" aus (vgl.φύεσθαι (phýesthai), werden, wachsen;φύλλον (phýllon) Blatt und dergl.). Was spricht also weiter noch das ΦΑ-Ρ-ΟΣ zu uns? Dass es um die Welt geht, wo die Geburt des Menschen, wo die Schöpfung des Menschen in fortwährendem Fluss ist. In der geistigen Welt werden wir gewoben aus fliessendem Licht, aus fliessendem Farbenschein, aus dem fliessenden Wort. Auf die Erde tragen wir hinunter, in jedem Teil unserer Dreigliedrigkeit, eine, letzte Verbindung mit den drei Grundprinzipien der Welt der geistigen Geburt.

     Was da oben in lebendiger Bewegung war, es ist in uns hineingestorben. Der physische Leib wurde, als allmählich das ursprüngliche allgemeine Licht, damit auch der ursprüngliche menschliche Lichtkörper sich kondensierte, das Grab für die menschliche Lichtgeburt.

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